Mai in Princeton
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Das Leben ist voller Überraschungen –
einige können recht komisch sein
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110309
Anfang:
Wie schön ist doch der Mai in Princeton! Die Winterkälte ist vergangen, das Wetter ist mild, ein Tag ist schöner als der andere, alles blüht im Garten, die Singvögel sind zurückgekehrt und zwitschern, Eva und ich sitzen auf der Terrasse, trinken Tee und sind glücklich.
Es gibt schon noch manches zu tun vor Beginn unserer großen Reise Mitte Juni. Eva leitet ja das „June Fête“, das Princeton Volksfest, das am 10. Juni stattfinden soll. Die Vorbereitungen sind noch nicht abgeschlossen. Ich möchte noch einiges am Haus in Ordnung bringen lassen.
Einige Tage später:
Es wird alles etwas komplizierter. Evas Volksfest ist eine Wohltätigkeitsveranstaltung für das städtische Krankenhaus. Alles wird von ehrenamtlichen Mitarbeitern, Bürgern der Stadt, organisiert. 25000 bis 30000 Besucher werden erwartet, viele davon Kinder. Kinderspiele sind eine Hauptattraktion. Nun, wenige Wochen vor dem Fest, ist der für die Organisation der Spiele verantwortliche Mitarbeiter nicht mehr zu erreichen, einfach verschwunden, weg. Es heißt, die Aufgabe sei ihm zu viel geworden. Ersatz ist auf die Schnelle kaum zu finden, zumal keiner weiß, was der gerade Verschwundene schon organisiert hat.
Das nächste Problem ist der Bierlieferant. Er verlangt Exklusivität und will, dass man den Zweitlieferanten raussetzt – doch der ist ein geachteter Bürger der Stadt.
Dann ist da noch das Verlosen eines neuen Wagens, der vom Autohändler gespendet wurde. Es finden sich keine Freiwilligen, um die Lose im Vorverkauf im Zentrum der Stadt anzubieten. Eva muss oft selbst stundenlang dasitzen (teils ich mit ihr).
Täglich tauchen neue Schwierigkeiten auf. Eva telefoniert an einem Tag zwölf Stunden lang, ohne Luft zu holen (und ohne für mich Essen zu kochen), so scheint es mir.
Meine Arbeiten am Haus?
Da ist zunächst der Öltank. Wir haben unsere Heizung von Öl auf Gas umstellen lassen, dürfen aber den leeren Tank nicht zwei Meter unter unserem Vorgarten liegen lassen. Er soll nun schnellstens weg: ein 4000-Liter-Tank, groß wie ein Wal. Er befindet sich direkt neben unserem Hauseingang. Das wird ein großes Loch, wenn er in den nächsten Tagen rausgehoben wird.
Zu allem Überfluss haben wir gerade wieder Ameisentermiten (zehnmal so groß wie normale Termiten) in Küche, Speisekammer und Gartenzimmer entdeckt. Das Flachdach darüber ist also erneut undicht, denn die Tierchen leben nur in feuchtem Holz. Also ist es höchste Zeit, unser altes Projekt auszuführen und ein schräges Kupferdach darüberzusetzen. Ich habe schon einen Handwerker gefunden.
Nun erklärt Eva, es sei üblich, dass die Hauptverantwortliche für das Volksfest alle freiwilligen Mitarbeiter vorher einmal zum Mittagessen einlädt. Ein Restaurantbesuch wäre sehr teuer. So hat sie nun 50 Personen, 47 Damen und drei Herren, am 17. Mai mittags zu uns eingeladen. Mir fällt ein, dass es Mitte Mai hier schon recht warm sein kann. Also sollten wir endlich die längst geplante Klimaanlage für unser Ess- und Wohnzimmer installieren lassen.
Übrigens habe ich einen alten Camper für unsere bevorstehende Reise durch die USA gekauft, wie wir früher schon einmal einen hatten. Den hatten wir damals „Smiley“ genannt. Bedenklich ist nur, dass der Verkäufer die Wagenpapiere nicht finden kann. Ich habe aber schon bezahlt. Unser jüngster Sohn, der gerade in Philadelphia für sein MBA studiert, sagt, da sei ich hereingefallen. Er könne mir auch allerhand verkaufen, das ihm nicht gehört: Wie wäre es mit dem Haus des Nachbarn? Er würde es mir für den halben Preis anbieten. Oder wäre mir die Brooklyn Bridge lieber?
Nun wird es wirklich kompliziert – und komisch:
Einer unserer Söhne ruft uns eines Tages an, er wolle uns mal besuchen. Das ist echt herzerwärmend für uns Eltern. Wir unterhalten uns sehr nett, spielen ein Kartenspiel und er fährt wieder ab. In einem Winkel meines Hirns denke ich, dass Kinder oft etwas wollen, wenn sie so einfach mal vorbeikommen.
Bereits drei Tage später kommt derselbe Sohn erneut zu Besuch. Ich lasse ihn und Eva eine Zeit lang allein. Das ist der Kommunikation oft zuträglich. Was erzählt mir Eva hinterher? Unser Filius hat beschlossen, am 3. Juni zu heiraten – bei uns im Garten!
Von nun an wird die Planung sehr intensiv. Unser Sohn ruft jeden Tag an, um etwas zu besprechen. Unsere zukünftige Schwiegertochter, die wir schon länger kennen, kommt selber mehrfach nach Princeton, um alles im Detail mit Eva durchzugehen: Welche Farbe wird Evas Kleid haben, damit es nicht mit jenem der „Gegenschwiegermutter“ konkurriert? Soll es ein Stehbuffet werden oder sollten die Gäste sitzen können? Um wie viel Uhr soll alles stattfinden..?
Gerade gehen unser Sohn und seine Braut durch den Garten, um die richtige Stelle für die Hochzeitszeremonie zu finden. Später gehen sie einkaufen: Als bei dieser Gelegenheit ein Stück Kuchen vom Ladentisch auf das Kleid unserer baldigen Schwiegertochter zu rutschen beginnt, springt sie geschickt zurück. Unser Sohn schimpft, weil sie es nicht festgehalten hat. Darauf erklärt sie, die Hochzeit könne er nun vergessen, sie fahre wieder nach Philadelphia zurück – und geht heulend aus dem Laden, bleibt dann aber bei uns.
Eine Nachbarin erzählt uns, ihr Sohn rief auch mal an, dass er in ihrem Garten heiraten wolle, innerhalb der nächsten zwei Wochen. Am Vortag hatte aber ihr Mann den ganzen Garten umgraben lassen. Da wurde nun schnell gesät, gedüngt, nochmals gesät und gedüngt und dreimal am Tag gewässert. Am Hochzeitstag kamen gerade die ersten grünen Grasspitzen heraus.
Eine andere Nachbarin erzählt, dass vor ihrer „Gartenhochzeit“ leider jemand den Grasdünger mit dem Pflanzenvernichtungsmittel verwechselt hatte. Das Gras starb zwei Tage vor der Hochzeit ab. Vater ging nun mit einem noch lebenden Grasbüschel in den Farbladen, kaufte die passende grüne Farbe und sprühte das tote Gras grün an.
Offen ist noch, ob unser Pfarrer oder der Bürgermeister die Zeremonie durchführen soll. Die Braut möchte den Pfarrer, unser Sohn den Bürgermeister. Sie schließen den Kompromiss, dass beide anwesend sein sollen. Ich erwähne, dass das kaum gehen wird. Also einigen sie sich, dass der Bürgermeister die Zeremonie durchführen soll, aber unsere anderen Söhne verschiedene Bibelverse lesen sollen. Ich beschließe, einen Videorekorder zu kaufen, um das Ereignis festzuhalten.
Vor allem soll alles sehr festlich sein. Eine weitere Nachbarin erzählt, dass „Festlichkeit“ damals auch die Vorgabe bei ihrer Hochzeit sein sollte: Männer im Frack, Damen in langen Kleidern, alle im Garten ganz hinten, unten am Fluss, wo dieser mit einem kleinen Damm zu einem malerischen Weiher aufgestaut war. Leider wussten sie nicht, dass am gleichen Tag eine große Rallye der Kanufahrer den Fluss entlang verlief. Die kamen nun den ganzen Tag lang in Gruppen dort an, stiegen bei dem warmen Wetter halbnackt und verschwitzt aus und zerrten die Boote laut schimpfend und schreiend über den Damm.
Unser Sohn stöhnt über den Preis eines Diamantringes. Eva sagt, dass man in Europa keine Diamanten braucht. Ein Freund erzählt, dass er als junger Mann seiner Braut einen derart großen Diamantring kaufte, dass er sich dann kein Auto mehr leisten konnte. Sie nannten den Ring von da an nur „das Auto“. Ein kalifornischer Freund von uns berichtete, dass seine Tochter und ihr Angetrauter bei der Hochzeit Uhren statt Ringen getauscht hätten, um mal etwas Modernes zu bringen. Ob die Uhren wohl auch alle Stunde einen Signalton gaben?
Ja, nun braucht man noch den Fotografen. Wieder gibt es eine Geschichte von Bekannten. Bei ihrer Hochzeit kam ein berühmter Fotograf aus New York. Der war aber bereits nach kurzer Zeit so betrunken, dass er in einem Sessel einschlief. Zum Glück hatte er einen jungen Assistenten mitgebracht, der nun fleißig fotografierte. Bei der Entwicklung der Bilder zeigte sich, dass jener Assistent sich weniger für die Braut als vielmehr für ein sehr hübsches Mädchen unter den Gästen interessiert hatte.
Von welchem Thema wir auch immer unseren Freunden berichten: Wir bekommen sofort passende Geschichten geliefert.
Was wird der Bräutigam anziehen? Etwas sehr Festliches jedenfalls. Ob wir schon die Geschichte von Haile Selassies Besuch in Princeton gehört hätten? Dieser war sehr festlich gekleidet, mit kaiserlicher Kopfbedeckung und einem Leopardenfell um die Schultern. Man wollte ihn zu seinem Hotelzimmer geleiten und stand unten vor der Aufzugstür – nicht ahnend, dass im selben Hotel gerade die Versammlung eines Herrenklubs (die „Shriner“) war, dessen Vorsitzender sich auch exotisch aufgeputzt hatte. Als nun die Aufzugstür aufging, stand vor dem kleinen Haile Selassie ein Hüne von Amerikaner mit einem Fez auf dem Kopf und einem noch größeren Leopardenfell um seine Schultern. Irgendjemand drückte geistesgegenwärtig einen Knopf, die Aufzugstür schnappte gleich wieder zu und der Klubvorsitzende fuhr weiter in den Keller.
Übrigens hat die Braut beschlossen, dass ihr Bräutigam zur Hochzeit im Smoking erscheinen soll. Dieser unserer Söhne ist aber zu geizig, um lediglich zu seiner Hochzeit ein so teures Stück zu kaufen. Einer seiner Brüder ist da anders: Der favorisiert gute Kleidung und besitzt auch einen Smoking. Also hat unser Sohn, der Bräutigam, jenen anderen Sohn, seinen Bruder, beschwatzt, ihm diesen auszuleihen. Die Braut in spe hat aber ihren erhofften Bräutigam gerade in letzter Zeit sehr verwöhnt (aha!), sodass er einige Pfunde zugelegt hat. Da werden also die Knöpfe erst noch versetzt werden müssen. Sein Bruder kommt jedoch erst in der Nacht vor der Hochzeit hier an. Ob die Braut und der Bräutigam aber reichlich rechtzeitig vor der Zeremonie von Philadelphia hier eintreffen werden, ist fraglich, da sich die liebe Braut sehr schön zurechtmachen möchte. Mein eigener Smoking ist in München, nützt also auch nichts (wäre aber weit genug).
Braut und Bräutigam sind nun abgereist. Sie teilten uns kurzerhand mit, dass sie beide jetzt noch Zeit für die Flitterwochen hätten, nach der Hochzeit aber nicht, sodass sie die Hochzritsreise bereits zwei Wochen vor der Feier unternehmen. Es geht in den Dschungel von Costa Rica. Da gibt es auch wilde Affen.
Übrigens wird uns nachts um 23 Uhr noch vor der Abreise eine detaillierte, vierseitige Computerliste per Fax zugeschickt – mit allem, was wir während ihrer Abwesenheit erledigen können. Vom Flugplatz bei einem Zwischenhalt der Maschine wird noch einmal angerufen, ob wir die Liste auch erhalten haben. Ja, wir haben sie erhalten. Ja, alles ist gut leserlich. Sie wollen nun am Muttertag von Costa Rica aus anrufen (wie rührend!) und wenn sie dort ein Fax finden, können wir ihnen ja der Liste folgend mitteilen, was alles schon erledigt sei ... – damit sie eine ruhigere Reise hätten.
Die Camperpapiere sind übrigens noch nicht da. Ich habe aber schon den großen Kundendienst machen lassen, damit der Wagen auch rechtzeitig in Ordnung ist. Das war teuer.
Nun wird es schwierig:
Der 4000-Liter Öltank ist größer, als ich gedacht hatte. Da muss wohl beim Ausgraben ein Teil des Weges zu unserer Haustür, gerade vor der Haustür, mit weg. Es bleibt der Hintereingang. Die Arbeiten können sowieso erst nächste Woche ausgeführt werden.
Vom Hintereingang, an den Mülltonnen vorbei, geht es direkt in unser Gartenzimmer, wo Evas 50 Gäste sitzen sollen. Der Handwerker für die Dacharbeiten ist prompt erschienen und hat erst einmal das große Oberlicht entfernt, stattdessen nur grobe Holzbretter als Hilfsdach auf Balken mitten ins Gartenzimmer montiert. Mit der Arbeit ist er zunächst nicht fertig geworden und muss nun vertragsgemäß bei jemand anderem arbeiten. Vielleicht kommt er nächste Woche wieder. Vielleicht auch nicht.
Der Mann, der die Kupferarbeiten fürs Dach machen soll, ist für zehn Tage zum Tennisspielen nach Florida gefahren.
Das Hauptaggregat der Klimaanlage wird erst in zwei Wochen geliefert. Dann wollen sie gleich mit der Installation anfangen. Ob die aber rechtzeitig fertig wird, ist zweifelhaft.
Gerade wurde mehrtägiger, schwerer Regen und Sturm avisiert. Der Arbeiter hat schnell eine blaue Plastikplane über die große Öffnung unseres früheren Oberlichtes überm Gartenzimmer gezogen.
Die Firma, die den Tank herausnehmen will, teilt mit, dass sie dasselbe erst nach dem Regen tun kann, am Tag vor dem 50-Personen-Essen – oder am selben Tag. Dann gehen auch die Dacharbeiten weiter (über den Gästen?), die aber vielleicht zur Hochzeit fertig werden können. Und die Klimaanlage?
Der Bürgermeister rief gerade an und fragte, ob es eine Zwei-Ring- oder eine Ein-Ring- oder aber eine Ohne-Ring-Hochzeit werde. Ich fühle mich an das bayrische Lied „... ob er aber über Oberammergau ...“ erinnert. Da gebe es nämlich verschiedene Zeremonieformate. Kann ich mir vorstellen – aber kann denn bei der Ein-Ring-Trauung einer alleine heiraten? Eva und ich gucken uns an. Nein, da wissen wir nicht Bescheid. Braut und Bräutigam sind aber bei den Affen, wo sie nicht erreicht werden können.
Die Camperpapiere sollen nun bestimmt am nächsten Dienstag kommen. Ich habe inzwischen neue Stoßdämpfer und neue Reifen montieren lassen. Die kosteten fast so viel wie der alte Camper, der immerhin schon 150000 Kilometer gefahren ist.
Nun ist noch von der Freiheitsstatue zu berichten.
Vor einigen Wochen schon fuhren Eva und ich in irgendeiner Angelegenheit nach Norden. Auf dem Rückweg fuhren wir in dichtem Verkehr etwas müde eine Landstraße entlang, als es Eva und mir plötzlich gleichzeitig durch den Kopf schoß, daß wir gerade an einer ca. 3m großen Freiheitsstatue vor einem Trödelladen vorbeigefahren waren. Das wäre doch die ideale Zentralfigur für Evas bevorstehendes Volksfest! Dessen Leitthema soll doch “Amerika” sein! Umkehren war in dem Verkehr aber unmöglich.
Eva fuhr einige Tage darauf wieder hin. Die Figur war bereits verkauft. Einige Kilometer weiter, bei einem anderen Händler, da sollte es noch eine geben. Wieder einige Tage später fuhr ich mit Eva auch noch dahin. Da stand sie wirklich, die Freiheitsstatue, aber gift-grün angemalt, auf dem Hinterhof, zwischen verrosteten Autos und Kunstgerümpel aus Metall. Als Patriot mußte man sie da sofort rausholen, retten! Der Preis war recht und so wurde sie uns in wenigen Tagen zugeliefert.
Es brauchte eine Reihe Farbmuster, bis ich das geeignete Kupfergrün gefunden und die Figur richtig angemalt hatte. Ein Handwerker, der uns ab und zu im Haus hilft, baute einen Untersatz, der etwa so wie der Sockel der Freiheitsstatue im New Yorker Hafen aussieht. Ein Elektriker montierte eine Leuchte auf die erhobene Hand. Wunderbar die hehre Erscheinung wie das Licht aufleuchtete, die Freiheit strahlte! Wir standen alle noch mit Pinseln und Werkzeugen zu ihren Füßen bewundernd herum. Die Nationalhymne hätte erklingen können! Wir hätten geschluchzt!
Könnten wir die Statue nicht schon zu unseres Sohnes Hochzeit verwenden? Aber wo soll sie stehen? Die Freiheitsstatue neben der Braut? Das möchte ich meinem Sohn nicht antun. Oder neben dem Bräutigam? Da macht unsere Schwiegertochter-in-spe wohl nicht mit. In der Mitte, hinter dem Bürgermeister? Was soll das als Symbolik? Außerdem ist der Blumenbogen zu klein und man hätte den Kopf der Freiheitsstatue dahinter nicht sehen können.
Wir stellten sie dann schon am Tag vor der Hochzeit vors Haus, neben den Eingang. Ganz toll sah das aus! Die Nachbarschaft wunderte sich, was Schwabs damit wohl verkünden wollten. Ein Auto blieb stehen, ein chinesischer Vater kam mit seinem kleinen Kind und fragte, ob er es neben der Freiheitsstatue fotografieren dürfte. Aber gerne! Großmutter könnte gerne auch aus dem Auto rauskommen (kam aber nicht).
(Nach der Hochzeit sagten die Söhne, wir könnten die Figur ja im Garten behalten, vielleicht noch andere Figuren dazu, David von Michelangelo, ein Miniaturmodell von Neuschwanstein, dann ein Minigolf darum einrichten! - Also wirklich, wo ist da noch das Gefühl für das Erhabene, frage ich mich!)
Zwischenhalt:
Der schwere Regen hat nun voll eingesetzt. Die blaue Plastikplane hat nicht dicht gehalten. In Gartenzimmer und Küche steht das Wasser … Man könnte dort fast Boot fahren! Ich hoffe nur, dass das Wasser alle Ameisen töten wird.
Aber was muss ich entdecken? Die sind alle dabei, die Wände hoch zu krabbeln! Nur eine schwimmt ganz verloren mitten im Wasser auf einem kleinen Plastikstück entlang – Noah auf seiner modernen Arche! Ich puste leicht, bis die Ameise die Wand erreicht hat und munter aussteigt. Was die wohl den anderen erzählen wird!
Bei dem Regen kommt kein Handwerker.
Eva hat eine Magengrippe bekommen, liegt im Bett und schläft nun schon 24 Stunden lang. Ich sollte ihr etwas Tee ans Bett bringen.
Im Haus ist es ganz ruhig. Man hört nur das Klappern der Tastatur, wenn ich schreibe.
Wie schön ist doch der Mai in Princeton!
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Für die Neugierigen:
Das Essen fand rechtzeitig statt. Im letzten Augenblick wurde das Loch vor dem Eingang zugeschüttet und der Handwerker dichtete das Dach notdürftig ab. Die Fete wurde ein großer Erfolg.
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Am Abend vor der Hochzeit hatten wir alle Hochzeitsgäste zum Abendbrot bei uns. Es wurde fröhlich. Plötzlich stand unser Sohn auf und begann eine Rede. Er habe ja eigentlich nie richtig um die Hand seiner Braut angehalten. Das wollte er jetzt nachholen und ihr dazu einen Verlobungsring (mit Diamant!) überreichen, den er aus der Tasche zog. Ganz gerührt waren wir Alten. Die jungen Leute aber riefen: “Kniefall! Dazu muß man doch knien!” Nun wurde es noch fröhlicher. Stühle mussten erst beiseitegeschoben werden, um Platz für des Bräutigams Kniefall zu machen, den er dann auch lachend vorführte. Der Braut kamen die Tränen.
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Zwei Freunde waren ja sogar aus München angeflogen gekommen. Eigentlich wollte nur einer kommen und seine Freundin mitbringen. Die hatten sich aber gerade vor der Abreise noch verkracht. Ihr Ticket war nicht mehr rückgebbar. So flog halt der andere Freund kostengünstig mit her. Die beiden schienen recht zufrieden damit. Kaum waren die aber hier angekommen, rief die Freundin tränenreich aus München an und teilte mit, daß sie mit dem nächsten Flugzeug hinterher kommen würde, was sie auch tat. Unser Haus war dann voll.
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Die Hochzeit war wunderbar! Am Morgen regnete es. Aber als die Braut im Garten auf den Blumenbogen und ihren Bräutigam zuschritt, wurde sie von hellem Sonnenschein erleuchtet.
Die Camperpapiere fanden sich noch, sodass wir eine wunderbare Reise begannen.
Wie schön war doch jener Mai in Princeton!
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